Oktober 2019

10. bike + business Kongress 2019

Radverkehr und Corporate Social Responsibility

Der 10. bike + business-Kongress stand ganz im Zeichen der Klimadebatte

Weitsichtige Unternehmen haben die Förderung des Radverkehrs als Handlungsfeld im Rahmen der sogenannten Corporate Social Responsibility (CSR) erkannt. Dieser Begriff kam um das Jahr 2000 aus den USA und Großbritannien nach Deutschland und ist inzwischen auch bei uns populär. Unter CSR werden verschiedene Aspekte der Unternehmensverantwortung subsumiert, wobei Personal und Umwelt eine herausragende Rolle spielen. Dass sich das „R“ darin inzwischen auch als Radverkehr buchstabieren lässt, hat viel mit der in Gang gekommenen Klimadebatte zu tun.

Klar auf die eigene CSR-Strategie beruft sich Manfred Purps Vorstand der Wiesbadener SOKA-BAU bei der Begründung der betrieblichen Förderung des Radverkehrs, die der Sozialkasse für das Baugewerbe 2019 den bike + business Award eingebracht hat. In den eigenen Räumen nahm die SOKA-BAU am 16.Oktober im Rahmen des 10. bike + business-Kongresses die Auszeichnung aus den Händen von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir entgegen. Der Preis wird vom Regionalverband FrankfurtRheinMain, dem Zweckverband Raum Kassel und dem ADFC Hessen vergeben.

Die SOKA-BAU hat den bike + business Award verdient, denn sie hat einen Radverkehrsbeauftragten installiert und eine E-Bike-Ladestation für acht Räder am Standort eingerichtet, die in das städtische System eingebunden ist. Außerdem gibt es ein Fahrrad-Leasing-Angebot für die Beschäftigten und einen Zuschuss für die Nutzung des Fahrradverleihsystems in Wiesbaden gewährt. Es finden regelmäßige Fahrrad-Check-Tage und gemeinsame Befahrungen von sicheren Fahrradstrecken zur Firma statt. Eine Besonderheit ist, dass SOKA-BAU auch andere Unternehmen über das Thema betriebliche Mobilität informiert und diese überzeugen will, verstärkt auf den Radverkehr zu setzen, beispielsweise bei einer gemeinsamen Radtour. Das Unternehmen ist somit ein wichtiger Multiplikator für die Ziele von bike + business.

Doch auch andere Unternehmen engagieren sich für den Radverkehr, zeigt der bike + business-Kongress: So hat sich die Fraport AG, in deren Geschäftsmodell eigentlich ein weniger klimafreundliches Verkehrsmittel die Hauptrolle spielt, zum Fahrradfreundlichen Arbeitgeber zertifizieren lassen, berichtet deren CSR-Manager Sebastian Linzbauer. Das ist deshalb sinnvoll, weil über 80.000 Menschen Tag für Tag gar nicht wegen einer eigenen Flugreise zum Airport kommen, sondern um zu arbeiten – ein riesiges Potenzial für mehr Radverkehr. Da die Wege dorthin nicht intuitiv gefunden werden können, hat die Fraport AG extra eine Fahrradkarte produziert.

Für den Deutschen Wetterdienst in Offenbach, bereits Träger des bike + business Award 2011, kündigte dessen Vizepräsident Norbert Wetter an, dass sich die Institution deutschlandweit zertifizieren lassen möchte. Der DWD verfügt laut Wetter über eines der feinsten Messverfahren für den CO2-Ausstoß und erstellt Projektionen, was dies für das Klima bedeutet. Auch aufgrund dieser Expertise fühlt sich der DWD zur Radverkehrsförderung geradezu verpflichtet. Durch konkrete Maßnahmen kommt das Unternehmen bereits auf eine jährliche CO2-Einsparung von 105 Tonnen, die aber noch gesteigert werden soll.

An die 50 Betriebe sind in Hessen seit 2002 durch bike + business zu einer systematischen Radverkehrsförderung gekommen. ADFC-Landesgeschäftsführer Norbert Sanden findet das erfreulich, aber bei weitem nicht ausreichend. Das unter anderem mit den Erfahrungen des bike + business-Projekts vom ADFC und der EU entwickelte Zertifikat „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ soll eine größere Breitenwirkung entfalten. Rückenwind bei der Ansprache von interessierten Unternehmen wünscht sich der ADFC vom Land Hessen.

Auch wenn Abstellmöglichkeiten, Duschen oder Fahrrad-Leasing wichtige Elemente der betrieblichen Radverkehrsförderung sind: Ob die Mitarbeiter tatsächlich das Rad als Verkehrsmittel zwischen Wohnung und Arbeitsplatz wählen, hängt entscheidend davon ab, wie sicher sie sich auf dem Weg fühlen. Bei dieser Frage setzt Heinrich Strößenreuther an, Initiator des Berliner Radentscheids, in dessen Bugwelle unter anderem die in Darmstadt, Frankfurt und Kassel entstanden sind. Zwei bis drei Meter breit wie in Kopenhagen soll ein Radweg sein, baulich vom Autoverkehr getrennt, nach Möglichkeit mit Pollern abgesichert – und auf jeden Fall so, dass Eltern ihre Kinder hier unbesorgt alleine Rad fahren lassen möchten. Dieses Kriterium ist keineswegs nur für die Verkehrsmittelwahl von Familien relevant: Auch die meisten Erwachsenen haben solch ein Sicherheitsbedürfnis, so Strößenreuther. Nur wenn ein Radweg diesem Anspruch gerecht wird, besteht die Chance, eine wirklich große Zahl von Menschen aufs Rad zu bringen. Das Problem: „In Wiesbaden gibt es keinen einzigen guten Radweg, in Frankfurt sieht es ein bisschen besser aus“, so Strößenreuthers Fazit. Die Arbeit liegt also noch vor den Kommunen – und dem Land.

Dass in Hessen durch Nahmobilitätsstrategie, konkrete Handlungshilfen und materielle Förderung durch das Land nun einiges für den Radverkehr in Gang gekommen sei, rückte Verkehrsminister Al-Wazir in den Vordergrund. Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands FrankfurtRheinMain schilderte, welche Radschnellverbindungen um die Mainmetropole entstehen sollen. Und Kai-Georg Bachmann, Direktor des Zweckverbands Raum Kassel berichtete vom Normalwerden des Radfahrens in Nordhessen auch außerhalb der Freizeit. Ob sich unter diesen Vorzeichen ADFC-Landesvorsitzender Stefan Janke Hessen bis zum Jahr 2029 als Fahrradland vorstellen könne, fragte Moderator Georgios Kontos – doch das scheint eine Vision, für die viel Phantasie erforderlich ist. Vielleicht können der drohende Klimakollaps, die belastete Luft, krankmachender Lärm und der fehlende Platz in den Städten die starken Treiber sein, dass sich etwas Substanzielles bewegt, hofft Janke.

Und etwas für das Rad bewegen – auch das wurde klar beim bike + business-Kongress – können nicht nur Land, Kommunen und Radentscheide, sondern auch die Betriebe. Denn die Unternehmen können ihr Gewicht als Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler auch dazu nutzen, sich vor Ort für bessere Wege für ihre Rad fahrenden Mitarbeiter einzusetzen.

Bitte klicken Sie auf ein Bild, um eine größere Ansicht anzuzeigen.

Manfred Purps, Vorstand SOKA-BAU
Verleihung des bike + business Award 2019
Sebastian Linzbauer, Fraport AG
Norbert Wetter, Vizepräsident DWD
Norbert Sanden, ADFC Hessen
Klimaaktivist Heinrich Strößenreuther
Gesprächsrunde mit Stefan Janke, Kai-Georg Bachmann und Rouven Kötter - links Moderator Georgios Kontos

Oktober 2019

Zitate zum 10. bike + business Kongress 2019
Tarek Al-Wazir, hessischer Verkehrsminister

"Wir haben in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht, um das Fahrrad als einen wesentlichen Verkehrsträger der Verkehrswende zu stärken. Wichtig ist hier aber auch zu benennen, dass dies nur gelungen ist durch eine starke Zusammenarbeit aller relevanten Akteurinnen und Akteure. Denn eine erfolgreiche Stärkung des Radverkehrs gelingt nur konkret vor Ort. Das zeigt auch das Projekt bike+business, das seit mehr als 15 Jahren erfolgreich umgesetzt wird. Ich freue mich, dass wir bike+business zukünftig im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen und Mobiles Hessen 2030 von Seiten des Landes stärker verankern und weiterentwickeln werden und freue mich auf eine weiterhin starke und fruchtbare Zusammenarbeit. Der Gewinnerin des diesjährigen bike+business-Awards gratuliere ich: Die SOKA-Bau bringt nicht nur auf vorbildliche Weise die Themen Bauwirtschaft und Radverkehr zusammen, sondern engagiert sich intensiv am Firmenstandort für den Radverkehr - im Rahmen eines ganzheitlichen Mobilitätsmanagements."

Alexander Lapp-Thoma,
Abteilungsdirektor Personal und Zentrale Dienste, SOKA-BAU

"Als Unternehmen, das sich intensiv mit Fragen verantwortlicher Unternehmensführung und Nachhaltigkeit auseinandersetzt, ist SOKA-BAU bestrebt, den Anteil der Beschäftigten, die das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen - gegebenenfalls auch in Kombination - kontinuierlich zu steigern. Die Radverkehrsförderung dient dabei nicht nur der Umwelt, sondern bringt auch messbare Vorteile für das Unternehmen: Die Fehlzeiten werden weniger und die Mitarbeiterzufriedenheit steigt. Wir freuen uns sehr über die Verleihung des bike + business Awards an unser Unternehmen und werden weiter unser Ziel verfolgen, das Fahrrad mindestens zum gleichwertigen Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit zu machen."

Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain

"Ich sehe es als Aufgabe der öffentlichen Hand, dafür zu sorgen, dass Pendler auch sicher, komfortabel und schnell mit dem Fahrrad zu ihrem Arbeitsplatz kommen können und sie nicht zwingend auf das Auto oder den ÖPNV angewiesen sind. Hier leistet der Regionalverband FrankfurtRheinMain mit seiner Radwege-Offensive wichtige Arbeit. Um das Pendeln mit dem Fahrrad aber wirklich zu einer attraktiven Alternative zu machen, müssen auch die Unternehmer an Bord und hier setzt das bike + business-Projekt an. Damit helfen wir, fahrradfreundliche Strukturen am Arbeitsplatz zu schaffen. Wenn das Gesamtpaket stimmt, wird es auch eine spürbare Anzahl von Pendlern zum Umstieg bewegen, da bin ich mir sicher."

Stefan Janke, Vorsitzender des ADFC Hessen

"Die SOKA-BAU hat in den letzten beiden Jahren entschlossen die Rahmenbedingungen zum Radfahren für die eigenen Mitarbeiter*innen verbessert. Dies ist gelungen, weil verantwortliche und sehr engagierte Mitarbeiter dieses Projekt mit Unterstützung durch die Geschäftsführung vorangetrieben haben. Das Engagement ging sogar über das eigene Unternehmen hinaus, denn die positiven Erfahrungen der betrieblichen Fahrradförderung wurden mit anderen geteilt. Insgesamt müssen aber noch sehr viel mehr Unternehmen diesem guten Beispiel folgen, damit ein substanzieller Fortschritt für den Klimaschutz im Verkehr möglich wird. Mit Blick auf eine menschenfreundliche Verkehrswende rufen wir das Land zu einem stärkeren Engagement auf, um die Wirtschaft zum aktiven Handeln für eine klimaneutrale Mobilität auf den Arbeitswegen zu bewegen."

Kai Georg Bachmann, Direktor des Zweckverbandes Raum Kassel

"Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren wird für viele Menschen insbesondere durch die Elektrifizierung des Radverkehrs immer interessanter. Fahrradfreundliche Arbeitgeber leisten einen weiteren wesentlichen Beitrag dazu, den Modal-Split im Sinne von mehr Radverkehr zu verändern. Gestaltende Politik vor Ort nimmt diesen Rückenwind als Motivation für den Infrastrukturausbau auf und sieht sich dabei in Partnerschaft mit dem Land Hessen auf einem guten Weg in Richtung klimafreundlicher Verkehrsentwicklung."

 

Bitte klicken Sie auf ein Bild, um eine größere Ansicht anzuzeigen.

Minister Tarek Al-Wazir
Alexander Lapp-Thoma
Rouven Kötter
Stefan Janke, ADFC Hessen
Kai Georg Bachmann

September 2019

10. bike + business Kongress 2019

Bereits zum zehnten Mal findet am 16. Oktober 2016 der bike + business-Kongress statt, zu dem der Regionalverband FrankfurtRheinMain, der Zweckverband Kassel und der ADFC Hessen einladen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Rahmenbedingungen verbessert werden können, um mit dem Fahrrad sicher und bequem zwischen Wohnort und Arbeitsplatz unterwegs sein zu können. Äußern werden sich dazu unter anderem der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, der auch den bike + business-Award überreichen wird, sowie Heinrich Strößenreuther, der als Initiator des Berliner Radentscheids bekannt geworden ist. Gastgeber des bike + business-Kongresses ist das Unternehmen SOKA-Bau in Wiesbaden, das 2018 als erster fahrradfreundlicher Arbeitgeber in Hessen ausgezeichnet wurde. Die Teilnahme am bike + business-Kongress ist kostenfrei. Die Anmeldung bis zum 7. Oktober 2019 über dieses Online-Formular ist erforderlich.

Bitte klicken Sie auf das Bild, um den Programmflyer herunterzuladen.

August 2018

9. bike + business Kongress 2018

Auf dem diesjährigen bike + business Kongress am 5. September 2018 an der University of Applied Sciences in Frankfurt am Main stellen wir Unternehmen vor, die sich der Herausforderung, fahrradfreundliche Bedingungen für ihre Mitarbeiter zu schaffen, bereits erfolgreich gestellt haben. Wir schauen außerdem über den deutschen Tellerrand hinaus und geben Inspirationen und Ideen weiter. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir verleiht den bike + business Award 2018. Der Kongress richtet sich vor allem an Entscheider und Interessierte aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik.

Bitte klicken Sie auf das Bild, um den Programmflyer herunterzuladen.
September 2017
8. bike + business Kongress 2017

Zum 8. bike + business Kongress luden ADFC Hessen, Regionalverband FrankfurtRheinMain und Zweckverband Kassel am 7. September 2017 ins Kongresshaus Kap Europa in Frankfurt am Main ein. Höhepunkt der Veranstaltung war die Überreichung des bike + business Award durch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir an die MesseFrankfurt GmbH.

bike + business Award 2017

bike + business Award 2017

Bitte klicken Sie auf das Bild, um den Programmflyer herunterzuladen.
bike + business-Kongress 2017
Juni 2016
Bericht über den 7. bike + business Kongress 2016

Ein Bericht vom 7. bike + business - Kongress am 6. Juni 2016 in Frankfurt am Main

 

Bericht vom bike + business Kongress 2016 von ADFC Hessen auf Vimeo.

Mai 2015
Bericht über den 6. bike + business Kongress 2015

Attraktive Rad-Infrastruktur als Standortfaktor

Im Rahmen des 6. bike + business-Kongresses in Frankfurt am Main hat der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hat den bike + business-Award verliehen. Preisträger ist das Unternehmen DER Touristik für den Ausbau der fahrradfreundlichen Infrastruktur an seinem Firmenstandort im Frankfurter Mertonviertel. bike + business fördert durch gezielte Beratungsleistungen das Rad in der beruflichen Mobilität und wird getragen vom ADFC Hessen, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und dem Zweckverband Kassel.

Gastgeber des 6. bike + business Kongresses war der Vorjahres-Preisträger, die KfW Bankengruppe in Frankfurt. Dr. Velibor Marjanovic, Direktor Nachhaltigkeit, begrüßte die rund 70 Gäste und unterstrich den hohen Stellenwert, den Nachhaltigkeit als Unternehmensleitbild bei der KfW einnimmt.

Tempo 30-Straßen sollen einfacher möglich sein

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir betonte die Wichtigkeit der Nahmobilität, zu der vor allem der Rad- und der Fußgängerverkehr zählt, für sein Ressort. Dass die Zeichen für diese Verkehrsarten heute deutlich günstiger stünden als noch vor wenigen Jahren machte Al-Wazir fest am einstimmigen Beschluss der Verkehrsministerkonferenz zugunsten einer größeren Entscheidungsfreiheit von Kommunen, die mehr Tempo 30-Straßen einrichten wollen: "Das wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen", so der Minister. Auch der Siegeszug der Pedelecs gehe mit dem Aufschwung der Nahmobilität Hand in Hand. Ohne Subventionen haben die Elektrofahrräder längst Absatzzahlen erreicht, von denen die Anbieter von Elektroautos nur träumen könnten.

Auch eine gut entwickelte Infrastruktur bei den Arbeitgebern spielt der Nahmobilität in die Karten. Solch ein Arbeitgeber ist das bike + business Unternehmen DER Touristik, das mit exzellenten Abstellplätzen für Räder sowie Dusch- und Umkleidemöglichkeiten den Mitarbeitern das Radeln zum Arbeitsplatz so einfach wie möglich macht. Als Lohn dieses Engagement durfte Frank Böhme von DER Touristik den bike + business-Award aus den Händen Al-Wazirs in Empfang nehmen. Mit dem Preis verbunden ist ein modernes Faltrad, das TERN Link D8, das zusammengelegt jederzeit im Öffentlichen Personennahverkehr mitgenommen werden kann.

Fahrradwegweisung für Frankfurt

Dem Frankfurter Verkehrsdezernenten Stefan Majer ist ebenfalls klar, dass gute Abstellmöglichkeiten ein wichtiger Faktor für die berufliche Fahrradmobilität sind. Eine veränderte Stellplatzordnung könnte hierfür hilfreich sein, meinte der Grünen-Politiker und deutete an, dass die Stadt Frankfurt auf diesem Feld tätig werden könnte. Auf jeden Fall tätig werden will die Stadt bei der Fahrradwegweisung im Stadtgebiet. Bereits im Jahr 2015 sollen im Frankfurter Westen, konkret: im Stadtteil Höchst, mit der Beschilderung begonnen werden. Das übrige Stadtgebiet soll dann bald folgen. Durch den starken Zuzug vieler Menschen nach Frankfurt gestaltet sich das Problem laut Majer immer drängender: "Wir können eben nicht mehr davon ausgehen, dass alle Frankfurter seit vielen Jahren hier leben und sowieso den Weg kennen."

Thomas Reichert, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main legte ein bemerkenswert offensives und klares Bekenntnis zum Fahrrad ab: "Die Unternehmen in Frankfurt sind offen für eine bessere Radverkehrsinfrastruktur, viele Menschen denken um und sehen das Rad als vollwertiges urbanes Verkehrsmittel", so Reichert.

Ausbau des Bike-Sharings

Frank Breyer, Leiter Fahrradvermietung DB Rent - Call A Bike, kündigte den kräftigen Ausbau des Bike-Sharing-Angebots in Frankfurt an. So sollen die derzeit 140 Stationen auf künftig 350 Stationen ausgebaut werden. Dabei könne die Zahl der gegenwärtig rund 2.500 Mieträder verdoppelt werden. Das Tarifsystem und der Ausleihprozess sollen einfacher, die technische Ausstattung der Räder besser werden, kündigte Breyer an. Trotz 700.000 Kunden bundesweit und einer jährlichen Fahrleistung von rund 10.000 Kilometern pro Rad ist das Bike-Sharing ein Zuschussgeschäft: Ohne Sponsoren und Werbeeinnahmen geht es daher nicht. So will man auch im Marketing neue Wege gehen und sich als "Call A Bike" nutzerfreundlich mit Internet-Portalen vernetzen.

Für Martin Randelhoff, preisgekrönter Betreiber des blogs Zukunft Mobilität, ist eine attraktive und leistungsfähig Fahrradinfrastruktur ein entscheidender Standortfaktor von Metropolen im Wettstreit um gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Die Lebensqualität steche hohe Boni aus, so Randelhoffs These. Überhaupt sei der am meisten unterschätzte volkswirtschaftliche Effekt des Radfahrens der gesundheitliche: Während jeder Autokilometer gesundheitsbezogene Kosten von etwas unter einem Euro verursache, generiere jeder Fahrradkilometer einen Nutzen von über drei Euro: Wenn man diese vier Euro Differenz vor Augen hat, erscheinen Investitionen in die Radverkehrsinfrastruktur ganz schnell lohnenswert, meint Randelhoff.

Jürgen Schultheis vom Home of Logistics an Mobility führte als Moderator souverän durch Programm und Diskussion des sehr informativen und abwechslungsreichen 6. bike + business-Kongresses.

Weitere Informationen
Pressemitteilung des Regionalverbands FrankfurtRheinMain zur Verleihung des 6. bike + business Award an DER Touristik Frankfurt
Stefan Janke, Frank Böhme, Birgit Simon

Stefan Janke, Frank Böhme, Birgit Simon

April 2015
Das Programm zum 6. bike + business Kongress 2015

Gute Ideen, Inspirationen und Praxisbeispiele zur Förderung der Fahrradmobilität im Berufsverkehr bilden den roten Faden beim bike + business Kongress, zu dem ADFC Hessen, Regionalverband FrankfurtRheinMain und Zweckverband Kassel am 20. Mai 2015 bereits zum sechsten Mal einladen. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Überreichung des bike + business Award durch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.

Bitte klicken Sie auf das Bild, um den Programmflyer herunterzuladen.
KfW Bankengruppe / Thomas Schuch

Foto: KfW Bankengruppe / Thomas Schuch

Mai 2014

Imagefilm der KfW Bank für den 5. bike + business Kongress 2014

Flyer 
Mai 2014

Der b + b Award 2014 geht an die KfW-Bankengruppe

Die KfW Bankengruppe hat in Frankfurt rund 2.900 Beschäftigte (2014) und einen relativ hohen Radverkehrsanteil von deutlich über 15 Prozent.


Als Bank aus Verantwortung unterstützt die KfW weltweit den Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie. Auch als Arbeitgeberin trägt die KfW dem Umweltgedanken Rechnung: In den vergangenen Jahren hat sie ihre Infrastruktur für Radfahrer kontinuierlich ausgebaut: Duschen, Umkleidekabinen, Stellplätze – Ziel ist es, möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Fahrradfahren zu begeistern. Das fördert die Gesundheit und leistet einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. In diesem Zusammenhang beteiligt sich die KfW Frankfurt seit 2006 an bike + business. Die hier gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen kommen ebenso den anderen deutschen KfW-Standorten in Köln, Bonn und Berlin zu Gute. Umweltschutz endet weder an Standort- noch an Landesgrenzen. Statement KfW, April 2014, Lorenz Szyperski


Lorenz Szyperski (Konzernentwicklung / Nachhaltigkeit) ist bei der KfW Projektleiter und Hauptansprechpartner für interne und externe Anfragen zu Themen rund um das Fahrrad.


Aufgrund der jahrelangen hervorragenden und beispielhaften Förderung der Fahrradnutzung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird der bike + business Award 2014 an die KfW-Bankengruppe verliehen.

Lorenz Szyperski (KfW-Bankengruppe) mit dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bei der Preisverleihung.

Lorenz Szyperski (KfW-Bankengruppe) mit dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bei der Preisverleihung.

Mai 2014

5. bike + business Kongress 2014

Um aktuelle Fragen der beruflichen Mobilität per Fahrrad dreht sich der bike + business Kongress. Das seit 2009 einmal jährlich veranstaltete Forum bildet außerdem den Rahmen zur Verleihung des bike + business Award, der 2014 an die KfW-Bankengruppe ging. Der Hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir überreichte die Auszeichnung an Lothar Szyperski vom KfW-Nachhaltigkeitsmanagement. Die Veranstaltung fand im Industriepark Hanau-Wolfgang, am Standort des Vorjahressiegers, der Evonik Industries AG, statt. Rund 80 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden waren gekommen, um sich über die neuesten Entwicklungen der betrieblichen Radverkehrsförderung zu informieren.

Norbert Sanden vom ADFC Hessen und Georgios Kontos vom Regionalverband FrankfurtRheinMain erläuterten zu Beginn der Veranstaltung, dass bei der Gewinnung neuer Partner-Unternehmen für bike + business künftig auf eine flächenbezogene Strategie, d.h. die Ansprache mehrerer Unternehmen in einem Gewerbegebiet, gesetzt werde, um bessere Synergien bei der zu errichtenden Infrastruktur zu erzielen.

Professor Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds machte deutlich, dass der Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV letztlich auch ein Gebot des Klimaschutzes sei. Für die Erfüllung der individuellen Mobilitätsbedürfnisse der Fahrgäste sollten innovative Wege beschritten werden – wie etwa die Nutzung von Falträdern, die – zusammengelegt – in Busse und Bahnen auch während des Berufsverkehrs als Gepäckstück mitgenommen werden können.

Weitere Themen des bike + business Kongresses 2014 waren Gesundheitsaspekte des Radfahrens, über die Dr. Achim Schmidt von der Sporthochschule Köln berichtete sowie die seit 2013 mögliche steuerliche Förderung dienstlich genutzter Räder, deren Grundzüge Ulrich Prediger von LeaseRad erläuterte. Den Abschluss des Kongresses bildeten zwei Praxisberichte: Markus Beyersdorfer von der Commerzbank begründete, warum sich sein Unternehmen für die Anschaffung von Dienstfahrrädern entschieden hat und Peter Buchholz, Geschäftsführer der Gateway Gardens Projektentwicklungsgesellschaft, beschrieb, wie sich die Fahrradmobilität am Standort Flughafen Frankfurt weiterentwickeln soll. Jürgen Schultheis vom House of Logistics and Mobility (HOLM) moderierte den Kongress.