Die neue Strategie 2020

bike + business: Planung und Management in der Fläche

Das Leitmotiv des vom Regionalverband FrankfurtRheinMain und des ADFC Hessen e.V. 2003 initiierten Projektes bike + business lautet:
 
Mobilität erhalten, den motorisierten Individualverkehr auf dem Weg zur Arbeit reduzieren und auf das Fahrrad verlagern.
 

Mit "bike+business – Management und Planung in der Fläche" wird in den Jahren 2014 bis 2020 der flächenbezogene Ansatz im Vordergrund stehen: Gewerbegebiete, Technologie- und Industrieparks, Büro- und Dienstleistungsstandorte mit einer hohen Anzahl an Beschäftigten bieten durch ihren räumlichen Zusammenhang und ihre Dichte ein erhebliches Potenzial, die Fahrradnutzung insbesondere im Pendlerverkehr, aber auch im Binnenverkehr zu steigern.

Unser Ziel ist es, bis zum Jahre 2020 100 „bike + business“-Betriebe im Ballungsraum FrankfurtRheinMain für das Projekt zu gewinnen. Dies erfordert eine Strategie, die sich nicht mehr nur auf einzelne (isolierte) Unternehmen konzentriert, sondern größere Standorte und zusammenhängende Areale in den Fokus rückt.

Bei der Bezugnahme auf ganze Gewerbegebiete liegen die Vorteile auf der Hand:
 

Es können sich mehr Unternehmen an bike + business beteiligen. Durch gemeinsames Agieren können vielfältige Synergien entstehen, z.B. bei der Organisation und Koordination des Projekts, bei Kooperationen zur Beschaffung notwendiger Flächen und Investitionen für Infrastrukturmaßnahmen sowie bei Dienstleistungs- und Serviceangeboten (z.B. Ladestationen für Pedelecs, Fahrradwerkstätten). Das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei Investitionen kann verbessert werden.

Wir unterscheiden zwei Arten von Standorten:

bereits gewachsene Standorte und Standorte, die sich noch in der Entwicklung befinden. In beiden Fällen gilt es, den spezifischen Herausforderungen zu begegnen und alle Chancen zu nutzen, bike + business in ein nachhaltiges betriebliches Mobilitätsmanagement und in kommunale Konzepte zur Fahrradmobilität zu implementieren.

 

bike + business und Klimaschutz

Die durchschnittliche Temperatur der Erde soll bis 2050 nicht stärker als zwei Grad steigen – dies ist das erklärte Ziel der Staatengemeinschaft. Um den Klimawandel zu begrenzen, sind massive Einsparungen der Treibhausgasemissionen, auch im Verkehrsbereich, erforderlich. Im europäischen Verkehrssektor soll im Vergleich zu 2008 eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 20 Prozent bis 2030 und um 70 Prozent bis 2050 erzielt werden. Deutschland setzt sich zum Ziel, bis 2020 eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 zu erreichen.

Dies wird nur möglich sein, wenn ein Bündel verschiedener Maßnahmen umgesetzt wird, wozu auch die Förderung des Radverkehrs gehört (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, 2012, Nationaler Radverkehrsplan 2020). Mit konventionellen und mit elektrounterstützten Fahrrädern (Pedelecs) stehen bereits heute emissionsfreie Individualverkehrsmittel zur Verfügung. Damit können sowohl Mobilitätsbedürfnisse im Nahbereich bei Distanzen bis zu fünf Kilometern als auch bei mittleren Distanzen bis zu 15 Kilometern befriedigt werden.

In einem multimodalen Verkehrssystem wird das Fahrrad zunehmend eine wichtigere Rolle spielen – insbesondere bei der Kombination mit dem öffentlichem Verkehr. Die im Auftrag des Umweltbundesamtes von der TU Dresden erstellte und 2013 veröffentlichte Studie "Potenziale des Radverkehrs für den Klimaschutz" kommt zum Ergebnis, dass bei steigendem Radverkehrsanteil an allen Wegen der CO2-Ausstoß um bis zu elf Prozent verringert werden kann.

Mit bike + business soll das Fahrrad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel im Alltagsverkehr weiter etabliert werden: das schnelle, flexible, gesunde, klimaneutrale und kostengünstige Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit.

Das Projekt wird im Einklang mit den klima- und verkehrspolitischen Zielen der Hessischen Landesregierung dazu beitragen, den Radverkehrsanteil in Hessen bis 2020 auf 15 Prozent zu verdoppeln.