Mai 2015
Bericht über den 6. bike + business Kongress 2015

Attraktive Rad-Infrastruktur als Standortfaktor

Im Rahmen des 6. bike + business-Kongresses in Frankfurt am Main hat der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hat den bike + business-Award verliehen. Preisträger ist das Unternehmen DER Touristik für den Ausbau der fahrradfreundlichen Infrastruktur an seinem Firmenstandort im Frankfurter Mertonviertel. bike + business fördert durch gezielte Beratungsleistungen das Rad in der beruflichen Mobilität und wird getragen vom ADFC Hessen, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und dem Zweckverband Kassel.

Gastgeber des 6. bike + business Kongresses war der Vorjahres-Preisträger, die KfW Bankengruppe in Frankfurt. Dr. Velibor Marjanovic, Direktor Nachhaltigkeit, begrüßte die rund 70 Gäste und unterstrich den hohen Stellenwert, den Nachhaltigkeit als Unternehmensleitbild bei der KfW einnimmt.

Tempo 30-Straßen sollen einfacher möglich sein

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir betonte die Wichtigkeit der Nahmobilität, zu der vor allem der Rad- und der Fußgängerverkehr zählt, für sein Ressort. Dass die Zeichen für diese Verkehrsarten heute deutlich günstiger stünden als noch vor wenigen Jahren machte Al-Wazir fest am einstimmigen Beschluss der Verkehrsministerkonferenz zugunsten einer größeren Entscheidungsfreiheit von Kommunen, die mehr Tempo 30-Straßen einrichten wollen: "Das wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen", so der Minister. Auch der Siegeszug der Pedelecs gehe mit dem Aufschwung der Nahmobilität Hand in Hand. Ohne Subventionen haben die Elektrofahrräder längst Absatzzahlen erreicht, von denen die Anbieter von Elektroautos nur träumen könnten.

Auch eine gut entwickelte Infrastruktur bei den Arbeitgebern spielt der Nahmobilität in die Karten. Solch ein Arbeitgeber ist das bike + business Unternehmen DER Touristik, das mit exzellenten Abstellplätzen für Räder sowie Dusch- und Umkleidemöglichkeiten den Mitarbeitern das Radeln zum Arbeitsplatz so einfach wie möglich macht. Als Lohn dieses Engagement durfte Frank Böhme von DER Touristik den bike + business-Award aus den Händen Al-Wazirs in Empfang nehmen. Mit dem Preis verbunden ist ein modernes Faltrad, das TERN Link D8, das zusammengelegt jederzeit im Öffentlichen Personennahverkehr mitgenommen werden kann.

Fahrradwegweisung für Frankfurt

Dem Frankfurter Verkehrsdezernenten Stefan Majer ist ebenfalls klar, dass gute Abstellmöglichkeiten ein wichtiger Faktor für die berufliche Fahrradmobilität sind. Eine veränderte Stellplatzordnung könnte hierfür hilfreich sein, meinte der Grünen-Politiker und deutete an, dass die Stadt Frankfurt auf diesem Feld tätig werden könnte. Auf jeden Fall tätig werden will die Stadt bei der Fahrradwegweisung im Stadtgebiet. Bereits im Jahr 2015 sollen im Frankfurter Westen, konkret: im Stadtteil Höchst, mit der Beschilderung begonnen werden. Das übrige Stadtgebiet soll dann bald folgen. Durch den starken Zuzug vieler Menschen nach Frankfurt gestaltet sich das Problem laut Majer immer drängender: "Wir können eben nicht mehr davon ausgehen, dass alle Frankfurter seit vielen Jahren hier leben und sowieso den Weg kennen."

Thomas Reichert, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main legte ein bemerkenswert offensives und klares Bekenntnis zum Fahrrad ab: "Die Unternehmen in Frankfurt sind offen für eine bessere Radverkehrsinfrastruktur, viele Menschen denken um und sehen das Rad als vollwertiges urbanes Verkehrsmittel", so Reichert.

Ausbau des Bike-Sharings

Frank Breyer, Leiter Fahrradvermietung DB Rent - Call A Bike, kündigte den kräftigen Ausbau des Bike-Sharing-Angebots in Frankfurt an. So sollen die derzeit 140 Stationen auf künftig 350 Stationen ausgebaut werden. Dabei könne die Zahl der gegenwärtig rund 2.500 Mieträder verdoppelt werden. Das Tarifsystem und der Ausleihprozess sollen einfacher, die technische Ausstattung der Räder besser werden, kündigte Breyer an. Trotz 700.000 Kunden bundesweit und einer jährlichen Fahrleistung von rund 10.000 Kilometern pro Rad ist das Bike-Sharing ein Zuschussgeschäft: Ohne Sponsoren und Werbeeinnahmen geht es daher nicht. So will man auch im Marketing neue Wege gehen und sich als "Call A Bike" nutzerfreundlich mit Internet-Portalen vernetzen.

Für Martin Randelhoff, preisgekrönter Betreiber des blogs Zukunft Mobilität, ist eine attraktive und leistungsfähig Fahrradinfrastruktur ein entscheidender Standortfaktor von Metropolen im Wettstreit um gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Die Lebensqualität steche hohe Boni aus, so Randelhoffs These. Überhaupt sei der am meisten unterschätzte volkswirtschaftliche Effekt des Radfahrens der gesundheitliche: Während jeder Autokilometer gesundheitsbezogene Kosten von etwas unter einem Euro verursache, generiere jeder Fahrradkilometer einen Nutzen von über drei Euro: Wenn man diese vier Euro Differenz vor Augen hat, erscheinen Investitionen in die Radverkehrsinfrastruktur ganz schnell lohnenswert, meint Randelhoff.

Jürgen Schultheis vom Home of Logistics an Mobility führte als Moderator souverän durch Programm und Diskussion des sehr informativen und abwechslungsreichen 6. bike + business-Kongresses.

Weitere Informationen
Pressemitteilung des Regionalverbands FrankfurtRheinMain zur Verleihung des 6. bike + business Award an DER Touristik Frankfurt
 
Stefan Janke, Frank Böhme, Birgit Simon

Stefan Janke, Frank Böhme, Birgit Simon

April 2015
Das Programm zum bike + business Kongress 2015

Gute Ideen, Inspirationen und Praxisbeispiele zur Förderung der Fahrradmobilität im Berufsverkehr bilden den roten Faden beim bike + business Kongress, zu dem ADFC Hessen, Regionalverband FrankfurtRheinMain und Zweckverband Kassel am 20. Mai 2015 bereits zum sechsten Mal einladen. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Überreichung des bike + business Award durch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.

 
Bitte klicken Sie auf das Bild, um den Programmflyer herunterzuladen.
KfW Bankengruppe / Thomas Schuch

Foto: KfW Bankengruppe / Thomas Schuch

November 2014
bike + business Kongress 2015

Wir laden Sie herzlich ein, an dem bike + business Kongress am 20. Mai 2015 um 10:00 Uhr, in der KfW-Bankengruppe teilzunehmen.

Die Eröffnungsrede wird der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir halten.

Das Programm wird derzeit erstellt und auf der Homepage als Download zur Verfügung stehen.

 
 
Mai 2014

Imagefilm der KfW Bank für den bike + business Kongress 2014

Flyer 
 
 
Mai 2014

Der b + b Award 2014 geht an die KfW-Bankengruppe

Die KfW Bankengruppe hat in Frankfurt rund 2.900 Beschäftigte (2014) und einen relativ hohen Radverkehrsanteil von deutlich über 15 Prozent.


Als Bank aus Verantwortung unterstützt die KfW weltweit den Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie. Auch als Arbeitgeberin trägt die KfW dem Umweltgedanken Rechnung: In den vergangenen Jahren hat sie ihre Infrastruktur für Radfahrer kontinuierlich ausgebaut: Duschen, Umkleidekabinen, Stellplätze – Ziel ist es, möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Fahrradfahren zu begeistern. Das fördert die Gesundheit und leistet einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. In diesem Zusammenhang beteiligt sich die KfW Frankfurt seit 2006 an bike + business. Die hier gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen kommen ebenso den anderen deutschen KfW-Standorten in Köln, Bonn und Berlin zu Gute. Umweltschutz endet weder an Standort- noch an Landesgrenzen. Statement KfW, April 2014, Lorenz Szyperski


Lorenz Szyperski (Konzernentwicklung / Nachhaltigkeit) ist bei der KfW Projektleiter und Hauptansprechpartner für interne und externe Anfragen zu Themen rund um das Fahrrad.


Die KfW hat die allermeisten vom bike + business Projektbüro 2007 formulierten Handlungsempfehlungen im Laufe der Jahre in vorbildlicher Weise umgesetzt. Im Vordergrund stand und steht die stete Verbesserung der Infrastruktur für die radfahrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Die Fahrradabstellanlagen für fast 500 Fahrräder haben eine hohe Qualität und sie sind gut erreichbar. Sie befinden sich grundsätzlich in direkter Nähe zu den Eingängen und sie sind in aller Regel bewacht und zum Teil überdacht. Bei den Fahrradparkplätzen in Tiefgaragen wird versucht, die benötigten Flächen unmittelbar an die Umkleideräume angrenzen zu lassen. Kurze Wege von Fahrradparklätzen und Umkleideräumen zu den Eingängen motivieren zusätzlich zur Fahrradnutzung. An den Haupteingängen stehen hochwertige Standluftpumpen zur Verfügung. Mit der Firma Per Pedale besteht ein Kooperationsvertrag, der u. a. einen Hol- und Bringservice von Fahrrädern beinhaltet. Die Fahrradcodierung – als ein Element der Diebstahlprävention – wurde von der KfW angeboten. Die KfW nutzt Diensträder für Wege zwischen den Standorten in Frankfurt, auch die Haustechniker nutzen diese Räder.


Die Beteiligung an bike + business wird im Nachhaltigkeitsbericht sowie im Nachhaltigkeitsportal der Bank erwähnt. Im Intranet werden bei Bedarf im Nachrichtenticker und dauerhaft im „Nachhaltigkeitsbereich“ Informationen rund ums Radfahren und zum Projekt vorgestellt, zum Beispiel der Hessische Radroutenplaner und die ADFC/AOK-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“, an der die KfW seit vielen Jahren erfolgreich teilnimmt. Die guten Erfahrungen aus der Teilnahme an bike + business in Frankfurt werden dafür genutzt, um auch an anderen Standorten die fahrradbezogene Infrastruktur fortlaufend zu optimieren, so wurden zum Beispiel in Bonn weitere Duschen/Spinde und Abstellanlagen zur Verfügung gestellt. Im Rahmen verschiedener Netzwerkaktivitäten wird von der KfW nachhaltige Mobilität und somit auch bike + business thematisiert.


Aufgrund der jahrelangen hervorragenden und beispielhaften Förderung der Fahrradnutzung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird der bike + business Award 2014 an die KfW-Bankengruppe verliehen.

Lorenz Szyperski (KfW-Bankengruppe) mit dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bei der Preisverleihung.

Lorenz Szyperski (KfW-Bankengruppe) mit dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bei der Preisverleihung.

 
 
Mai 2014

Das RMV-ADFC Faltrad – so können Pendler clever kombinieren

Je nach Entfernung von Wohnort und Arbeitsplatz und je nach deren Anbindung an Bahn oder Bus kann eine Kombination von ÖPNV und Rad die schnellste Möglichkeit auf dem Arbeitsweg sein. Das Problem bislang: In den meisten öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Mitnahme eines Fahrrads ausgerechnet während des Berufsverkehrs aus Platzgründen nicht gestattet.

Die Lösung: Ein Faltrad, das sich im Nu auf ein kompaktes Maß bringen lässt – und wie ein Gepäckstück auch zu Stoßzeiten in Bus und Bahn mitgenommen werden kann. Moderne Falträder, wie das D8 der Marke Tern, sind mit 8-Gang-Schaltung, Nabendynamo und LED-Beleuchtung herkömmlichen Fahrrädern in Sachen Fahrkomfort praktisch ebenbürtig. Auch Schutzbleche und ein Gepäckträger tragen zur vollen Straßentauglichkeit bei.

Durch eine Kooperation des ADFC Hessen mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) kann das Faltrad Tern D8 nun zum ermäßigten Preis von 599 Euro – statt regulär 699 Euro – angeboten werden. Erhältlich ist das Rad zu diesen Konditionen bei rund 30 Fahrradhändlern im Rhein-Main-Gebiet.

 
» Weitere Informationen:

rmv faltrad flyer

Mai 2014

bike + business Kongress 2014

Um aktuelle Fragen der beruflichen Mobilität per Fahrrad dreht sich der bike + business Kongress. Das seit 2009 einmal jährlich veranstaltete Forum bildet außerdem den Rahmen zur Verleihung des bike + business Award, der 2014 an die KfW-Bankengruppe ging. Der Hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir überreichte die Auszeichnung an Lothar Szyperski vom KfW-Nachhaltigkeitsmanagement. Die Veranstaltung fand im Industriepark Hanau-Wolfgang, am Standort des Vorjahressiegers, der Evonik Industries AG, statt. Rund 80 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden waren gekommen, um sich über die neuesten Entwicklungen der betrieblichen Radverkehrsförderung zu informieren.

Norbert Sanden vom ADFC Hessen und Georgios Kontos vom Regionalverband FrankfurtRheinMain erläuterten zu Beginn der Veranstaltung, dass bei der Gewinnung neuer Partner-Unternehmen für bike + business künftig auf eine flächenbezogene Strategie, d.h. die Ansprache mehrerer Unternehmen in einem Gewerbegebiet, gesetzt werde, um bessere Synergien bei der zu errichtenden Infrastruktur zu erzielen.

Professor Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds machte deutlich, dass der Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV letztlich auch ein Gebot des Klimaschutzes sei. Für die Erfüllung der individuellen Mobilitätsbedürfnisse der Fahrgäste sollten innovative Wege beschritten werden – wie etwa die Nutzung von Falträdern, die – zusammengelegt – in Busse und Bahnen auch während des Berufsverkehrs als Gepäckstück mitgenommen werden können.

Weitere Themen des bike + business Kongresses 2014 waren Gesundheitsaspekte des Radfahrens, über die Dr. Achim Schmidt von der Sporthochschule Köln berichtete sowie die seit 2013 mögliche steuerliche Förderung dienstlich genutzter Räder, deren Grundzüge Ulrich Prediger von LeaseRad erläuterte. Den Abschluss des Kongresses bildeten zwei Praxisberichte: Markus Beyersdorfer von der Commerzbank begründete, warum sich sein Unternehmen für die Anschaffung von Dienstfahrrädern entschieden hat und Peter Buchholz, Geschäftsführer der Gateway Gardens Projektentwicklungsgesellschaft, beschrieb, wie sich die Fahrradmobilität am Standort Flughafen Frankfurt weiterentwickeln soll. Jürgen Schultheis vom House of Logistics and Mobility (HOLM) moderierte den Kongress.